Kräftige Lebenszeichen der Pecherei und Köhlerei zum JUBILÄUM 10 Jahre immaterielles Kulturerbe

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Mit einem gelungenen dreitägigen Fest feierten sich die beiden Traditionen Köhlerei und Pecherei zu anlässlich ihres 10-jährigen Jubiläums als immaterielles Kulturerbe.

Die Köhlerei wurde wie die Pecherei im Jahr 2011 von der Österreichischen UNESCO-Kommission in das nationale Verzeichnis als immaterielles Kulturerbe aufgenommen. An fünf Veranstaltungsorten im südlichen Niederösterreich präsentierten sich die beiden Handwerke einem interessierten und staunenden Publikum.

Schon der Auftakt – eine Festveranstaltung mit namhaften VertreterInnen der regionalen Politik, Presse und aus dem Umfeld der Köhlerei und Pecherei – war ein Triumphzug. „Die Nachfrage bei den Naturprodukten ist enorm“ freut sich der Obmann der KEAföhrenen, Gerhard Kogler. Und so geht es auch den Köhlern. Naturprodukte sind sehr gefragt. Die österreichische UNESCO-Kommission würdigte die Bemühungen der Betreiber beider Handwerke mit einer Festbotschaft von Generalsekretärin Mag. Patrizia Jankovic und hat die Schirmherrschaft für die Veranstaltung übernommen.

In Markt Piesting wurde im Rathaus eine Sonderausstellung über das historische Harzwerk und das traditionelle Handwerk der Pecherei in einem eigenen Ausstellungsraum präsentiert. Diese Ausstellung kann bis Ende November nach telefonischer Voranmeldung unter +43699/190 823 34 jederzeit mit fachkundiger Führung besichtigt werden.

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Über den Weg des Harzes (sehr empfehlenswerte Familienwanderung mit Start am großen Parkplatz bei Alina’s Stüberl) kamen viele Interessierte durch den Pecherwald zur Vinzenzkapelle am Pecherlehrpfad Hernstein. Hier wurde das Jubiläum am Samstag mit einem Waldfest gefeiert. Kostproben von Pechertröpferl und Alpengummi und eine große Palette von unterschiedlichsten Pecherei-Produkten fanden großen Anklang.
Begeistert waren Familien, die bei den kostenlosen waldpädagogischen Führungen mitmachten und auch die Waldspiele, wie Wikingerschach und Walddomino, sorgten für beste Stimmung im Föhrenwald.

Spaß beim Wikingerschach
Spaß beim Wikingerschach

Begeistert waren alle Familien, die bei den kostenlosen waldpädagogischen Führungen mitmachten und auch die Waldspiele, wie Bauernschach und Walddomino, sorgten für beste Stimmung im Föhrenwald.

Schartenhobeln mit viel Kraft
Langmeiler in Rohr am Gebirge - Köhlerfamilie Wieser
Doppelquartett Almbleaml

Spezielle Pechsalben konnte man im Pechermuseum in Hernstein selbst anrühren, oder Pechscharten hobeln. Bei einer Jause, Kaffee und Kuchen plauderte man über alte Pecherlegenden und das Aufleben der Pecherei in der Region.

Beim Waldbauernmuseum in Gutenstein wurde neben Führungen und Nadelöl destillieren und Pechbalsam herstellen auch ein richtiger Kohlenmeiler von Köhler Leopold Bugl aufgebaut und entfacht. Gleich daneben war Pecher Bernhard Kaiser beim Schaupechen am Werk und überließ gerne sein spezielles Pecherwerkzeug auch zum selber Ausprobieren.

Heiß ging es her bei den Köhlerfamilien Wieser in Rohr am Gebirge und bei der Waldköhlerei Hochecker in Michelbach. Lang- und Rundmeiler wurden im Betrieb gezeigt und man konnte sich ausführlich über dieses rauchig-staubige Handwerk informieren, das vermutlich bereits in der Frühzeit der Menschheit ausgeübt wurde.

Das Doppelquartett Almbleaml sorgten schon beim Auftakt zum großen Fest der Pecher und Köhler für die musikalische Untermalung und lieferten auch beim Waldfest mit Pecherliedern ihren kulturellen Beitrag.

Wer noch eine Broschüre über die Pecherei und Köhlerei ergattern möchte, muss sich beeilen. Es gibt trotz großer Auflage nur noch wenige Restexemplare. Sie steht aber auch im Downloadbereich zur Verfügung.

Die Veranstaltung wurde vom Land Niederösterreich und der Europäischen Union im Rahmen eines LEADER-Projektes gefördert.

Mit Unterstützung von Land und Europäischer Union