Im Gedenken:
Friedrich „Fredy“ Lauria
(* 28.3.1940, † 1.6.2026)

Wer zur botanischen Namensgebung der Schwarzföhre Fragen hatte, kam an Fredy Lauria nicht vorbei. Wer wissen wollte, wer sich hinter dem Pseudonym Arnold verbirgt, ebenfalls nicht. Wer sich für botanische Besonderheiten in den Wiener Gärten und Parks interessiert, ebenso nicht. Wer Fachartikel in den Bibliotheken suchte oder z.B. nach Handzettelkatalogen fragte, war bei Fredy bestens aufgehoben usw. usw.
Dabei war sein beruflicher Werdegang nicht in dieser Richtung ausgelegt. Erst spät, aus eigenem Antrieb und Versuchen im eigenen Garten entwickelte er Interesse an der Botanik. Beschäftigte sich intensiv mit Pinus ponderosa, deren weitere Erforschung er nur mehr mit einer Übersiedlung in die USA intensivieren hätte können, wie er sagte. Gott sei Dank blieb er, denn so kam er über die botanischen Exkursionen und als Freund von Rupert Stingl zur Schwarzföhre. Er bestach durch seine unglaubliche fachliche Expertise und seine bescheidene und zurückhaltende Art. Seine Fachartikel und Diskussionsbeiträge waren immer von herausragender Qualität. Er studierte auch die Artikel von Ko-Autoren mit großem Interesse, scharfem Auge und war ein begnadeter Korrektur-Leser. Seine Recherchen in Bibliotheken waren von einer ungeheuren Präzision. Was er oftmals dabei zutage förderte, für alle überraschend.
Als nicht ausgebildeter Fachmann, früher gab es die schöne Bezeichnung „Privatgelehrter“, war er immer auf der Hut vor möglicher Kritik aus Fachkreisen. Daher bearbeitete er Themen akribisch, recherchierte in Bibliotheken und Online und konnte sich manchmal gar nicht zu einer Publikation durchringen. „Da gibt es noch unbearbeitete Quellen“, war ein häufig von ihm formulierter Satz. Ihm verdanken wir (dennoch) die umfassende Bearbeitung der botanischen Geschichte der Schwarzföhre und die Recherchen, wer sich hinter dem Pseudonym Arnold versteckt, unter dem die erste botanisch richtige Beschreibung der Schwarzföhre verfasst wurde.
Er hatte diesen unbändigen Drang, Dingen auf den Grund gehen zu wollen ohne Kompromisse. Wer seinen Geist spüren möchte, möge seine Beiträge lesen. So bleibt er uns erhalten.
Herbert Kohlross